title: THERE IS NO SUCH THING AS
year: 2021
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type: unique digital asset
size: 8268 × 11811px, 300dpi
type: png

Die digitale Collage There is no such thing as identity bezieht sich direkt auf das berüchtigte Zitat der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher: „There is no such thing as society.“ Als zentrale Architektin des europäischen Neoliberalismus formulierte Thatcher mit diesen Worten eine fundamentale Ablehnung kollektiver Strukturen zugunsten eines radikalen Individualismus – eine politische Haltung, die bis heute den öffentlichen Diskurs prägt.

In diesem Werk wird Thatchers Zitat nicht nur zitiert, sondern auch visuell verkörpert: Die dargestellte klassische Büste zeigt Thatcher selbst. Aus ihrer Stirn – auf Höhe des Dantian, einem symbolischen Zentrum innerer Energie – schießt ein roter Laserstrahl. Dieser durchtrennt die Komposition visuell und zieht eine Linie direkt auf das Wort „IDENTITY“. Diese Geste macht die kritische Verbindung zwischen neoliberaler Ideologie und der gegenwärtigen Dominanz von Identitätspolitik buchstäblich sichtbar.

Das Werk legt nahe, dass die seit der Finanzkrise 2008 zunehmend intensive Fokussierung auf individuelle Identität kein Gegensatz, sondern eine direkte Fortsetzung neoliberaler Prinzipien ist. Der Laser fungiert dabei sowohl als visuelles Mittel als auch als metaphorischer Schnitt – Identität erscheint als ein Konstrukt unter ideologischem Druck, Überwachung und Fragmentierung.

Kunsthistorisch positioniert sich das Werk in der Tradition postkonzeptueller, textbasierter Praktiken und politisch aufgeladener digitaler Collagen – in der Nähe von Künstler*innen wie Jenny Holzer, Trevor Paglen oder Forensic Architecture. Dabei wählt es jedoch eine stärker symbolische und subjektive Herangehensweise. There is no such thing as identity funktioniert als visuelle Verdichtung politischer Narrative vom späten 20. bis ins frühe 21. Jahrhundert – wobei Thatchers Vermächtnis zugleich Thema und Träger der Kritik wird.